Mein Name ist Stephan Bertram.
Von Beruf bin ich Elektroinstallateur.
Ich habe eine tolle Familie um mich, die mich stützt und trägt.
Und trotzdem sage ich: mein Leben ist verkorkst.
Warum? Das erkläre ich hier:

Als Kind wurde ich von einem Priester der katholischen Kirche mehrfach missbraucht. Er drohte mir: „Wenn Du das sagst, dann nimmt Dich Dein Vater in den Keller und verprügelt Dich. Dir glaubt sowieso keiner!“ Zu lange habe ich mich daran gehalten, aber irgendwann beschloss ich: jetzt ist Schluss! Die Welt muss und wird meine Geschichte hören. Auf über 20 Seiten habe ich die Geschichte meines Missbrauchs aufgeschrieben und bin bereit sie zu teilen, damit die Gesellschaft sieht, was dieser Täter mir und anderen angetan hat.
Der Missbrauch lässt mich nicht los. Mit 25 wollte ich mir das Leben nehmen. Ich habe acht Wochen in der Trauma-Klinik verbracht und bin immer noch in ambulanter Behandlung. Ich hoffe, dass ich mit meinem Missbrauch irgendwann einigermaßen zurechtkommen kann, dass es heilt.
Bis dahin werde ich mich jeden Tag dafür einsetzen, dass die Stimmen von uns Betroffenen gehört werden. Sexueller Missbrauch, egal wo in unserer Gesellschaft oder in der Kirche, ist das Schrecklichste, was einem Menschen passieren kann. Wir alle tragen Verantwortung vergangene Taten aufzuarbeiten und neue zu verhindern. Dazu werde ich meinen Teil leisten.
In den Medien
- Missbrauchsstudie: Bistum Essen zeigt sich selbstkritisch (WDR)
- Das systemische Problem der Kirche (ZDF)
- Stark gegen sexuellen Missbrauch | Teil 4 (BOZ)
Aktuelles
Auf Facebook schreibe ich regelmäßig zu diesen Themen und weise auf aktuelle Aspekte hin.