Stephan Bertram
Betroffener sexualisierter Gewalt
mutig, deutlich, kämpferisch
Über mich
Mein Name ist Stephan Bertram. Als Kind wurde ich von einem katholischen Priester mehrfach missbraucht. Lange habe ich geschwiegen. Als ich begann zu erzählen, hörte erst niemand zu. Aber ich gab nicht auf. Meine Geschichte ist jetzt bekannt. Ich stehe mutig dazu und werde nicht aufhören zu erzählen, bis alle begriffen haben welches Leid mir und so vielen anderen geschehen ist. Ich werde so lange meine Stimme erheben, bis sich endlich etwas verändert.
Meine Themen
Eine Stimme für Betroffene
Ich bin selbst Betroffener sexualisierter Gewalt. Mein persönliches Anliegen ist es, andere Betroffene zu unterstützen und ihnen zu helfen. Durch meine vielen Kontakte zum Bistum Essen, aber auch zu anderen Institutionen, weiß ich, wo man ansetzen muss um etwas zu bewegen. Es ist mir wichtig, dass wir Betroffene nicht vergessen werden. Wer Angst hat, oder nicht weiß wohin er sich wenden soll: Ich bin ansprechbar und vermittle gerne.
Unterstützung der Aufklärung
Ich erzähle meine Geschichte. Das habe ich nicht nur im Rahmen der Studie „Sozialwissenschaftliche Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Essen“ getan, sondern wiederhole sie damit sich etwas ändert. Nur wer meine und andere ähnliche Geschichten hört, begreift das Ausmaß des Missbrauchs und das persönliche Leid, das damit einhergeht. Egal ob im Priesterrat, im Diözesanrat oder andere (nicht-)kirchliche Institutionen, unsere Geschichten müssen gehört werden.
Aktive Präventionsarbeit
Niemand soll das erleben müssen, was ich durchgemacht habe. Dafür ist es wichtig, dass wir alle, aber vor allem diejenigen, die institutionelle Verantwortung tragen hinschauen und eingreifen. Deshalb unterstütze ich die Präventionsarbeit im Bistum Essen und anderswo, indem ich meine Geschichte erzähle und für das Thema aus der Sicht eines Betroffenen sensibilisiere.
Wichtig ist für mich als Betroffener, dass das Bistum aus Fehlern lernt und auf uns Betroffene hört.

Mein Kampf mit dem Missbrauch
Ich versuche bis heute, das Erlebte zu verarbeiten. Das ist schwer, aber ich schaffe das. Trotzdem, mein Leben ist für mich verkorkst. Ich hoffe nichtsdestotrotz, dass ich irgendwann mit dem Missbrauch einmal zurechtkommen kann – ich etwas heilen kann. Doch eines ist klar: Meine Geschichte wird mich für immer begleiten.
Wer von sexualisierter Gewalt betroffen ist, musste unter einem System leiden, indem nicht nur das unsägliche Leid geschehen konnte, sondern auch die Täter gedeckt worden sind. Darüber kann ich nicht schweigen. Nur, wenn wir Betroffene uns deutlich zu Wort melden, wird das System sich ändern.
Bild: Bistum Essen | Nicole Cronauge
Die katholische Kirche soll mit dem Missbrauch aufräumen und uns als Betroffene anständig entschädigen und behandeln.

Mein Angebot
Ich bin ansprechbar –
egal ob für Betroffene, Pädagogen, Journalisten oder für Institutionen, Gruppen und Verbände. Ich bin bereit mit meiner Stimme und meiner Geschichte zur Aufklärung und Prävention sexualisierter Gewalt beizutragen.
Kontakt
Ich freue mich stets über Anfragen und Nachrichten.
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